Zitate von Peter Hacks. Über Gott und die Welt:

Gott ist in der frühen Philosophie so unverzichtbar wie die Null in der Mathematik.“ (an: Hans-Heinz Holz, 18.2.1999)

„Was hast Du gegen den lieben Gott? Natürlich kann man nicht sagen, daß der liebe Gott in allen Punkten die Wahrheit gewußt hätte, aber er hat ein sehr gutes Buch geschrieben.“ (an: Heinar Kipphardt, 24.5.1963)

„Eine Menschheit, der gegenüber Goethe verteidigt werden muß, wie will man die noch verteidigen?“ (W13/307)

Parlamentarische Demokratie, das ist die Befehlsgewalt einer Kammermehrheit. Von allen Herrschaftsformen ist die Oligokratie die schlechteste, und von allen Oligokratien die schlechteste ist die Befehlsgewalt einer Kammermehrheit.“ (W13/394)

„Die Geltung entsprechend dem Kapital, das einer hat, ist wirklich die fortgesetzte Geltung nach Geburt,..“ (W13/324)

„Wir wissen, daß unter Umständen die Freiheit die größte Diktatur sein kann und die Diktatur die größte Freiheit“ (Berlinische Dramaturgie, Bd. 2, S. 178)

Ausgewogenheit ist jenes Hirngift, mit dem die Medien sogar noch am Menschenverstand beides auflösen, das bißchen Verstand und das bißchen Mensch.“ (W13/455)

„…die gute alte Skatfrage Despotie-Aristokratie-Demokratie? kann natürlich, wenn überhaupt, nur beantwortet werden, wenn man mitfragt: für welche Produktivkräfte?“ (an: Rainer Kirsch, 16.10.1977)

„Schrecklicher als Unwahrheiten sind zu kleine Wahrheiten.“ (W13/27)

„Der Waffenkrieg hat die furchtbarsten Verheerungen zur Folge, wenn er geführt wird. Der Krieg mit den Geisteswaffen verheert, wenn er nicht geführt wird. Dort legt der Krieg die Menschen, hier der Frieden das Menschliche in Schutt.“ (W13/427)

„Der Staat, so wurde und wird immer wieder entgegnet, solle doch besser nicht jede Einzelheit regeln. Aber was der Staat nicht regelt, regeln andere. Der Irrtum der Staatsängstlichen besteht in der Annahme, daß, wo der Staat nicht ist, die Freiheit sein müsse. In Wirklichkeit sind dort die Böcke, die dort die Gärtner sind.“ (W14/338)

„Zur Paranoia des Liberalismus gehört die Wahnvorstellung, daß eine Administration gern administriere. Das Gegenteil trifft zu. Es gibt nur eines, das eine Administration wirklich gern tut, und das ist: gar nichts. Zum Administrieren entschließt sie sich nur unter äußerstem Druck.“ (W14/438)

„..solange um mich herum die Anführer des Weltproletariats Gysi, Stehr, Baier, Hue oder D´Alema heißen, kann der Imperialismus die Hälfte aller Arbeiter in die Arbeitslosigkeit schicken und die Hälfte aller Arbeitslosen in die Obdachlosigkeit und dabei nachts so sorglos schlafen wie eine junge Katze.“ (W13/549)

„Wenn es zwar auf deutschem Boden nicht einen Tag lang eine liberale Gesellschaft gegeben hat, so hat doch der bürgerliche Liberalismus in den letzten hundert Jahren eine mächtige Seinsweise: als gesellschaftliches Werbemärchen, gesponsored vom Imperialismus…“ (W13/315)

„Dem neuesten Kapitalismus wird mit Vorliebe vorgeworfen, er sei eine Konsumgesellschaft. … Wer – außer den Rhetoren des überlinken Elendskommunismus und der imperialistischen Propaganda – würde von einer Gans, die mit den Füßen an den Estrich genagelt steht, um gestopft zu werden, sagen, sie konsumiere? … Im Spätkapitalismus wird aus den falschen Gründen und demzufolge auf die falsche Weise produziert und konsumiert. Statt mit den wesentlich humaneren Kategorien Leistung und Konsum lebt der abendländische Mensch mit den Kategorien Ramsch und Reklame. Kurz, worüber ich mich beklage, ist das Herunterkommen des Warenbegriffs.“ (W13/140f)

„Wenn der Mensch faul oder müde ist, guckt er in die Kiste. Wenn er Kraft für Kunst übrig hat, liest er, geht ins Konzert oder ins Theater. … Ein gesittetes Publikum weiß dem Fernsehen seinen Ort in der Hierarchie der künstlerischen Angebote zuzuweisen; er liegt irgendwo zwischen dem Rummelplatz und dem Eistanz.“ (W13/218)

„Ist möglich, daß einer ein Künstler sei, und ein weltberühmter, ohne jemals mit einem Kunstwerk gefallen zu haben? … Es ist dann möglich, wenn keiner die Kunstwerke kennt und aber von dem Künstler jeder vernommen hat. Die Medien sind es, die es ermöglichen. Die Künstler sind fabelhafte Kerle; denn die Medien nennen sie so. Und der Erdball applaudiert ihnen vom Hörensagen.“ (W13/433f)

Zitate von Peter Hacks:
Über Kunst
Aus seiner Kunst