Zitate. Peter Hacks. Aus seiner Kunst:

Schiller wäre ein Schlager-Dichter gewesen, meinte Peter Hacks einmal. Anwendbarkeit und Eingängigkeit sind hehre Ziele der Kunst. Natürlich will er auch die besseren Schlager dichten. Wo er den Schiller übertreffen will, beschreibt er so: „Goethe ist so berühmt geworden, wie er nun einmal ist, weil er zeitlebens und bewußt darauf verzichtete, Ruhm um den Preis des mindesten künstlerischen Zugeständnisses zu erkaufen.“
Hier eine kleine Hacks-Schlagerparade.

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Und da wurde natürlich allen klar,
Daß der aus der Kutsche der Teufel war.
Nämlich heutzutage Geld
Hat nur mehr die Unterwelt.
Leider dann mit Schnelligkeit
Folgt der Tag der Fälligkeit.
(W1/153)

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Den Kampf, den keine Hoffnung lohnt,
Den wird man satt zu kämpfen.
Doch glaubt nicht, daß der Feind uns schont,
Wenn wir die Hiebe dämpfen.
Es lebt der Mensch auf Erden,
Sein Wohlsein zu gefährden.
Was Recht ist, muß Recht werden.
(W1/255)

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Ach, Volk, du obermieses,
Auf dich ist kein Verlaß.
Heute willst du dieses.
Morgen willst du das.
(W1/303)

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Glücklich, spreche ich, ist jeder,
Den der Tod noch nicht am Leder

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Der Text der Welt wird stets zu spät gelesen.
Und nur im Vorgriff packt der Geist das Wesen.
(W1/346)

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Der unruhvolle Mensch, von Tatendrang beseelet,
Verschmäht, was er besitzt, und fordert, was ihm fehlet.
(W4/187)

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Das ist die Sprache der Konvention,
Die Sprache des Herzens hat anderen Ton.
(W1/176)

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Denn Berlin ist voll von Türen,
Welche in die Hölle führen,
(W1/257)

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Füchse, weiß ich, wild und rot,
Schlägt man, wenn sie jung sind, tot! –
So hat Tetzel laut geschrien.
Ach, man hörte nicht auf ihn.
(W1/158)

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Am Tisch sitzt auch mein schönes Weib,
Sie gähnt fast ohne Pause.
Ich fasse sie um ihren Leib
Und gehe mit ihr nach Hause.
(W1/208)

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Die Liebe wie das Dasein überhaupt
Verdienen, daß man an sie glaubt.
Man kann sie sicher widerlegen.
Man kann sich sicher auch den Kopf absägen.
(W1/437)

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Und in deine weißen Mulden
Schmieg ich heiter mein Gesicht.
Leute, die der Welt nichts schulden,
Deren Seele nimmt sie nicht.
(W1/256)

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Wann geht endlich die Musik los?
Sitzt sich hier auf harten Bänken,
nicht so weich, als manche denken.
Wenn man so geduldig schwieg,
War es wegen der Musik.
(W1/88)

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Du sollst mir nichts verweigern.
Ich will den letzten Rest.
Geht eine Lust zu steigern,
Ein Schurke, wer es läßt.
Gehabtes Glück hilft sterben.
Der Tod, er soll nichts erben
Als blankgeleckte Scherben
Und Schläuche ausgepreßt.
(W1/464)

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Doch daß sie mich liebt,
Das sagt sie nicht,
Und wenn sie mir
Das Herz zerbricht.
(W1/455)

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O Welt, o stolz und dumme Welt,
Wie hab ich dich geliebt.
Du nahmest mich mit einer Kält,
Die dir mein Herz nicht mehr vergibt.
(W1/408)

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Und er denkt in seinem Sinn:
Wo nichts drin ist, ist nichts drin.
(W1/285)

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Der Mensch will nicht gerecht behandelt werden, sondern bevorzugt.
(W8/122)

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Die Treue ist das wahrhaftige Glück; denn in der Welt ist nur auf eines Verlaß: auf das Versprechen, das du dir selbst gegeben. (W6/259)

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Das Leben, Herr Boucher, ich denke mir, im Vergleich zum Nichtleben ist es doch einmal etwas anderes. (W7/143)

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Wäre die Absicht, ihnen etwas zu verkaufen, das sie benötigen, hätte man mich doch nicht studieren lassen. (W6/196)

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Gegen seinen Vorgänger ist leicht Recht haben. Er hat Fehler gemacht, und er ist tot. Wenn Sie ihn tadeln müssen, tadeln Sie, indem Sie seine Fehler nicht wiederholen. (W8/128)

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Ich hatte nicht die Ehre, Ihnen zu gefallen? (W8/13)

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Zitate von Peter Hacks:
Über Gott und die Welt
Über Kunst