Umstritten?

Hacks sei eine „Reizfigur“, ein „Provokateur“ und „umstritten“, behaupten die Journale. Meine Erfahrung zeigt, daß seine Kunst vollständig unumstritten ist und stets alle Publikumsfraktionen erreicht und eint.

Der Dichter selbst spricht von einem objektiven Wert der Kunst: Kunst von außerordentlicher Güte werde im Grunde oft von allen ästhetisch streitenden Parteien anerkannt. Formuliert ist das als Anspruch an die Kunst. Diesem höchsten Anspruch wird er in seiner Kunst gerecht.

Davon wieder steht kein Wort in den Medien. Die verbreiten, der Dichter wäre ein „unweiser Verlierer der Geschichte“, ein „Stalinist“ und „linksfundamentalistisch verblendet“. Daher weht also der Wind. Die Philosophie des Dichters ist nun aber von einer beeindruckenden Beständigkeit, Gleichförmigkeit und dabei von außerordentlicher und unbestrittener Höhe. Sie zieht sich bruchlos durch sein gesamtes Schaffen. Ganz im Gegensatz zu den ökonomischen und philosophischen Sichtweisen des Zeitgeists: der muß ja inzwischen fast täglich an seine ihm wie Sandburgen im Boden versinkenden Anschauungen immer aberwitzigere Sandtropfen ankleckern.

Wo Theaterintendanten: „Nicht Hacks!“ durch die Flure schreien, und wo unbekannte Herren, die am Telephon keinen Namen nennen, plötzlich gutverkaufte Hacks-Lesungen absagen, und wo Schuldirektoren reihenweise süffisant lächelnd den Kopf schütteln, wenn man ihnen Schülerkarten für eine Hacks-Lesung anbieten will, ist ein Dichter nicht „umstritten“, da wird er verzweifelt bekämpft; da sind Eliten unumstritten und vollständig unhaltbar.

BRD
Ein Mensch, den dieses Land nicht furchtsam macht,
Geht mit verbundnen Augen in die Schlacht.

Advertisements