Fundsache: Hermes Trismegistos.

Keiner hätte nach romantischen Kunsttheorien je ein klassisches (bleibendes) Werk verfertigt, sagte Hacks (voraus). In seinem „Brief an einen Geschäftsfreund“ (W13/144) beschreibt der Klassiker Hacks den Romantiker Heiner Müller mit den Stilmitteln der Romantik. Mir scheint, er hätte hier versucht, mit romantischen Mitteln eine bleibende Bewertung von Müller zu geben.

Peter Hacks nennt Heiner Müller

„einen Hermes Trismegistos, der das Gold einer Wahrheit gering schätzt, außer er hat es selbst aus Dreck hergestellt“.

Im Buch von Kurt Seligmann „Das Weltreich der Magie“ finde ich folgende Ausführungen, die mich vermuten lassen, daß der Großmeister des poetischen Vergleichs über dieses unglückselige Werk gestolpert sein könnte. Auf den Seiten 106 bis 109 finden sich folgende Erläuterungen:
– Hermes ist der griechische Gott, der die Seelen in die Unterwelt, in das dunkle Reich des Hades geleitet.
– Trismegistos bedeutet „der dreimal Größte“, ein Name, der zeigt, in welch hoher Verehrung er stand.
– Von der ungeheuren Menge von Schriften, die Hermes Trismegistos zugeschrieben werden, ist nicht viel auf uns gekommen; es sind vierzehn kurze griechische Texte und eine Reihe von Fragmenten.
– Wir wissen heute, daß es keinen Hermes Trismegistos gegeben hat.